Outlook PST/OST Maximale Dateigrößen
Problem In Outlook können keine Nachrichten mehr empfangen/gesendet/verschoben werden. Normalerweise würden Sie jetzt vielleicht den Exchange Postfachspeicher erhöhen. Aber es der Fehler kann auch an der OST Datei selbst liegen. Ursache Hintergrund i…
Problem
In Microsoft Outlook können plötzlich keine E-Mails mehr empfangen, gesendet oder verschoben werden. Häufig wird zunächst vermutet, dass das Exchange-Postfach seine maximale Größe erreicht hat. Die Ursache liegt jedoch oft an der lokalen OST- bzw. PST-Datei.
Ursache
Outlook verwendet für Exchange-Konten eine OST-Datei (Offline Storage Table) und für lokale Datendateien eine PST-Datei (Personal Storage Table).
Während ältere Outlook-Versionen das ANSI-Format verwendeten, nutzen aktuelle Versionen das Unicode-Format (Large PST/OST). Obwohl das Unicode-Format theoretisch bis zu 4 PB unterstützen würde, begrenzt Microsoft die maximale Dateigröße standardmäßig über Registry-Einstellungen.
Standardgrößen
| Outlook-Version | Warnung | Maximale Größe |
|---|---|---|
| Outlook 2007 | 19 GB | 20 GB |
| Outlook 2010 | 47,5 GB | 50 GB |
| Outlook 2013 | 47,5 GB | 50 GB |
| Outlook 2016 | 47,5 GB | 50 GB |
| Outlook 2019 / Microsoft 365 | 47,5 GB | 50 GB |
ANSI oder Unicode?
Alte Outlook-Datendateien im ANSI-Format sollten nach Möglichkeit nicht mehr verwendet werden.
- ANSI: „Outlook Data File (97-2002)“ bzw. „Personal Folders File (97-2002)“
- Unicode: „Outlook Data File“ bzw. „Personal Folders File“
Registry-Schlüssel
Die maximale Größe wird über zwei Registry-Werte gesteuert:
| Wert | Bedeutung |
|---|---|
WarnLargeFileSize |
Warnschwelle in MB |
MaxLargeFileSize |
Maximale Dateigröße in MB |
Beide Werte befinden sich unter:
HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\<Version>\Outlook\PST
Registry-Pfade
| Outlook-Version | Registry-Pfad |
|---|---|
| Outlook 2003 | HKCU\Software\Microsoft\Office\11.0\Outlook\PST |
| Outlook 2007 | HKCU\Software\Microsoft\Office\12.0\Outlook\PST |
| Outlook 2010 | HKCU\Software\Microsoft\Office\14.0\Outlook\PST |
| Outlook 2013 | HKCU\Software\Microsoft\Office\15.0\Outlook\PST |
| Outlook 2016 / 2019 / Microsoft 365 | HKCU\Software\Microsoft\Office\16.0\Outlook\PST |
WarnLargeFileSize muss mindestens etwa 5 % kleiner
sein als MaxLargeFileSize, da Outlook zusätzlichen Speicher für
Regeln, Ansichten, Kalender, AutoVervollständigung und weitere Metadaten
benötigt.
Lösung
Soll die Standardbegrenzung von 50 GB erhöht werden, können die beiden Registry-Werte angepasst werden.
Eine Begrenzung auf etwa 100 GB hat sich in der Praxis bewährt.
Registry per Eingabeaufforderung anpassen
Öffnen Sie eine Eingabeaufforderung mit Administratorrechten und führen Sie die folgenden Befehle aus (Beispiel für Outlook 2016, Outlook 2019 und Microsoft 365):
REG ADD HKCU\Software\Microsoft\Office\16.0\Outlook\PST ^
/v WarnLargeFileSize /t REG_DWORD /d 102400 /f
REG ADD HKCU\Software\Microsoft\Office\16.0\Outlook\PST ^
/v MaxLargeFileSize /t REG_DWORD /d 107520 /f
Nach einem Neustart von Outlook gelten die neuen Grenzwerte.
Hinweise
- Eine größere PST- oder OST-Datei verbessert nicht automatisch die Performance.
- Bei sehr großen Postfächern empfiehlt sich zusätzlich eine Archivierungsstrategie.
- Vor Änderungen an der Registry sollte immer eine Sicherung erstellt werden.
Fazit
Erreicht eine OST- oder PST-Datei die standardmäßig konfigurierte Maximalgröße,
kann Outlook keine neuen Elemente mehr verarbeiten. Durch das Anpassen der
Registry-Werte WarnLargeFileSize und
MaxLargeFileSize lässt sich diese Begrenzung auf einen
praxisgerechten Wert, beispielsweise 100 GB, erhöhen.
Eigenes IT-Problem?
Nicht jeder Fall passt in einen Tipp
Wenn es bei Ihnen komplizierter wird, übernehmen wir das gerne direkt für Sie.